Gruppentherapie als Motivationshilfe

Motivation ist immer wieder ein Thema in der logopädischen Therapie – das gilt insbesondere für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose „Myofunktionelle Dysfunktion“. Leider ist gerade hier aber die Therapiemotivation und damit die dringend einhergehende Mitarbeit des Patienten besonders gefragt. An anderer Stelle habe ich schon dargelegt, dass ich dabei vor allem auf Information und Selbstverantwortung setze. Aber warum nicht auch die Gruppentherapie nutzen, um Motivation zu schaffen?

Die Therapie mit Schulkindern und Jugendlichen scheint geradzu ideal für die Arbeit in der Zweiergruppe zu sein. Nach der Anamnese und Diagnostik kann man ab der 1. Therapieeinheit direkt in der Gruppe starten. Die Patienten sind in der Regel alt genug und in der Lage, sich auch zu zweit gut zu konzentrieren. Sie können alle neuen Bewegungsmuster gemeinsam erarbeiten und dem jeweils anderen dann die Beobachteraufgabe zuteilen. Was man beim Gegenüber bemerkt, hat man verstanden und kann es auch bei sich selbst bemerken. Das ist gerade beim Thema Habits entscheidend. Für Geschwister entsteht die Motivation manchmal vor allem deshalb, weil man besser und /oder schneller als die Schwester oder der Bruder sein will, jedenfalls auf gar keinen Fall langsamer als die/der Jüngere. Manchmal ergeben sich aus dem Zusammentreffen in der Gruppe sogar dauerhafte Freundschaften.

Die Auswahl der Patienten ist nicht immer ganz einfach. Das Alter sollte einigermaßen passen, ebenso die Therapiephase und schließlich müssen beide Patienten zur selben Zeit den Termin wahrnehmen können. Nicht immer sind alle Voraussetzungen gegeben oder zumindest nicht dauerhaft einzuhalten. Beispielsweise wenn einer der beiden Patienten erkrankt ist oder wegen einer Klassenfahrt nicht gleichermaßen gute Fortschritte macht. Dann ist es durchaus möglich, wieder in die Einzeltherapie zu gehen und erst wenn es wieder passt, in die Gruppe zurückzukehren.

Als Therapeuten sind wir angehalten, ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßig zu arbeiten. Das kann, wenn alle Voraussetzungen von Seiten der Patienten erfüllt sind und die organisatorischen und persönlichen Erfordernisse der Praxis dies zulassen, durchaus im Rahmen einer Gruppentherapie geleistet werden. Vielleicht lohnt also ein Blick in die Warteliste!